Centovalli – Das Tal der hundert Täler

Im Tessin gelegen bietet das Centovalli unberührte Natur, üppige Vegetation und Kastanienwälder, die zum Wandern bzw. idyllische Dörfer und Sehenswürdigkeiten, die zu einem Besuch einladen. Eine 52 km langen Eisenbahnstrecke verläuft zwischen Locarno und Domodossola durch dieses zauberhafte Tal mit seinen zahlreichen Schluchten und Nebentälern, welches Italien mit der Schweiz verbindet.

Der tiefste Punkt der Gemeinde Centovalli liegt mit 247 Meter über dem Meer dort, wo der Melezza, jener Fluss der das Tal durchfliesst, mit einem Seitenbach des Val Comora zusammenfliesst. Den höchsten Punkt mit 2’188 Metern bildet der Gridone, auf dessen Gipfel auch die Landesgrenze zwischen Italien und der Schweiz verläuft.

Sehenswürdigkeiten

Gridone Centovalli
Gridone – Centovalli

Intragna

Am Eingang der Täler Onsernone und Centovalli gelegen liegt der Hauptort des Centovallis in Mitten von Weinbergen und Kastanienbäumen auf 339 Metern über dem Meer. Der charmante Dorfplatz mit seinen historischen Häusern und dem Brunnen versprüht viel Charme, während der höchste frei stehende Kirchturm (65 Meter hoch mit 166 Stufen aus Granit) des Tessins mit seiner 360 Grad Aussichtsplattform einen herrlichen Blick über das Tal und den Terre di Pedemonte ermöglicht. Auch das Regionalmuseum des Centovalli befindet sich in Intragna sowie eine Seilbahn, die nach Costa oder Pila führt. Diese beiden sonnigen Orte laden zu Wanderungen in der einzigartigen Naturlandschaft des Centovalli ein.

Die unterhalb von Intragna gelegene mittelalterliche Römerbrücke, die über den Melezza führt, ist über einen schön gelegenen Steinweg zu erreichen und lädt zu einer kleinen Pause im Schatten des Waldes ein.

Verscio

Clown Dimitri Verscio (copyright: http://www.teatrodimitri.ch)

Dimitri, der berühmte Clown, gründete 1971 sein Kleintheater in dem an Eingang des Centovalli gelegenen Dorf, welches noch immer ein abwechslungsreiches Programm anbietet. Angeschlossen an das Teatro Dimitri ist die höhere Fachschule für Bewegungstheater und das Museo Comico, welches zahlreiche Masken und Requisiten des Clowns ausstellt. Versico ist auch bekannt für seine einzigartigen, regionalen Eissorten wie Farina Bóna (Maismehl) oder Uva Americana, einer einheimischen Weintraubensorte.

Rasa

Rasa Centovalli
Rasa – Centovalli

Auf 898 Meter über dem Meer liegt dieses autofreie Dörfchen auf einer sonnigen Naturterrasse. Seine alten Steinhäusern stimmen romantisch und der herrliche Blick auf den gegenüberliegenden Monte Comino schwenkt über Weiden und Wälder, welche zu entspannten Picknicks einladen. Rasa ist bequem per Seilbahn von Verdasio aus zu erreichen oder zu Fuss zu erklimmen.

Ausflugsziele/Wanderungen

Centovallibahn

Über 83 Brücken und durch 31 Tunnel führt die Reise mit der Centovallibahn. Audioguides werden kostenlos zur Verfügung gestellt und informieren auf der 52 km langen Fahrt über die Schönheiten und Kuriositäten dieses Naturparadieses.

Via del Mercato

Der alte Maultierpfad diente früher dazu, um Locarno als Handelsknotenpunkt zu erreichen. Eine Wanderung über diesen Weg bietet interessante Einblicke in die Bauernwelt, führt durch den Mühlenpark (Parco die Mulini) vorbei an typischen Patrizierhäusern in Verdasio bis hin nach Intragna.

Lamawanderung

Besonders für Familien mit Kindern reizvoll ist eine Wanderung mit Lamas am Monte Camino über Wiesen und Trockenweiden mit einer Vielzahl an Pflanzen und Tieren. Diese Wanderungen werden in drei Schwierigkeitsstufen angeboten.

Wanderungen

Intragna stellt den perfekten Ausgangspunkt dar, um das Centovalli per pedes zu entdecken. Der Aufstieg gelingt leicht mit einer der Seilbahnen, die von Intragna nach Costa und Pila sowie von Verdasio nach Rasa führen. Entlang der Melezza verlaufen Spazierwege, wo hingegen von Borgnone bis Tegna eine fünfstündige Wanderung vorbei an rauschenden Bächen durch alte Kastanienwälder auf Naturfreunde wartet. Eine Wanderung durch das Onsernone-Tal über die historische Via della Vose besticht durch seine Weinbergterrassen und geschichtsträchtigen Weilern Niva und Voso. Tipp: Es gibt im Centovalli einige Wanderungen, welche sich für Funsportgeräte eigenen. Damit macht ein Ausflug mit Kinder bedeutend mehr Spass.

Fazit

Das Centovalli ist auf jeden Fall eine Reise wert, hat für jeden etwas zu bieten und ist daher auch für einen Familienurlaub geeignet.

Weitere Infos

Centovalli Infos: www.centovalli.ch
Funsportgeräte für Wanderungen: www.funwheel.ch
Theater Dimitri: www.teatrodimitri.ch

Das wilde Valle di Muggio im Tessin

Ganz im Süden, am untersten Zipfel der Schweiz, liegt das Valle di Muggio. Betritt der Besucher das versteckte Tal im Kanton Tessin, fühlt er sich sofort in historische Zeiten zurückversetzt. Kleine Dörfchen, gemauerte Bauernhäuser und wilde Vorgärten gibt es in diesem kleinen und naturverbundenen Gebiet zu entdecken. Über eine Höhe von 300 bis 1700 Höhenmetern erstreckt sich das Talgebiet in den Südlichen Ausläufern der Alpen. Mildes Klima sorgt für eine landwirtschaftliche Prägung der Landschaft. Wiesen, Felder und dichter Wald mit einer einzigartigen Flora und Fauna bedecken die Hänge sanfter Hügel und schroffer Berge.

VAlle di Muggio

Das wilde Muggio Tal im Tessin

Ins Muggio-Tal reisen:
Das Tal ist mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen: Aus dem Süden kommend über das belebte Städtchen Chiasso im äussersten Süden der Schweiz oder von Norden aus mit der Zahnradbahn zum Monte Generoso gelangt man mit Aussicht auf die malerische Umgebung in das abgelegene Tal, das aus nur neun kleinen Gemeinden besteht. Diese liegen links und rechts des rauschenden Gebirgsflüsschens Breggia auf 37 Kilometern Tallänge. Der Hauptort Muggio bietet sich als Ausgangspunkt für ausführliche Wandertouren an.

Übernachten:
Im Tal selbst beschränken sich die Übernachtungsmöglichkeiten auf die Jugendherberge (Ostello) in Scudellate und einige kleinere Bed & Breakfasts oder privat vermietete Zimmer. In Cabbio kann man auch in einem 150 Jahre alten Bauernhaus übernachten.

Kulinarik
Kulinarische Spezialitäten mit regionalen Zutaten aus dem Tessin geniesst man in den kleinen, im Tal verstreut liegenden Restaurants. In der Osteria Manciana in Scudellate kocht die Wirtin Piera Piffaretti bodenständig. Polenta, Ossobuchi aus geschmorten Schweinehaxen und der im Tal berühmte kegelförmige Rohmilchkäse Zincarlin, dessen Schale während der Reifung mit Weisswein eingerieben wird, stehen hier auf der einfachen Speisekarte. Auch im Ristorante Lattecaldo nahe Morbio Superiore bekommt man hausgemachte und authentische Gerichte, die insbesondere bei Einheimischen beliebt sind.

Wanderungen:
Möglichkeiten für Wanderungen verschiedener Schwierigkeitsgrade gibt es im Valle di Muggio zuhauf. Fans der wunderschönen Aussicht auf den Lago di Lugano und die fernen Walliser Viertausender wandern zur Bergstation des 1700 Meter hohen Monte Generoso, der als eines der schönsten Ausflugsziele im gesamten Tessin gilt. Wer es gemütlicher, aber dennoch lehrreich mag, der entscheidet sich für einen Spaziergang durch die Schlucht am Ausgang des Tals, wo sich die Breggia durch das Gestein schlängelt. Im Sommer kann man sich am Rande des Lehrpfads in den aufgestauten Becken des Flusses herrlich abkühlen.

Geschichte:
Um das Tal und seine Geschichte besonders intensiv zu erleben empfiehlt sich ein Ausflug in das Museo Etnografico della Valle di Muggio in Cabbio, das sich – familiär und sympathisch – dafür einsetzt, dass das kulturelle Erbe des Tals erhalten bleibt. Bei einem Ausflug in die alte Mühle von Bruzella hat man das Gefühl, mehrere Jahrhunderte in die Vergangenheit zu reisen und kann sogar vor Ort gemahlenes Polentamehl erwerben. Auch auf Wanderungen begegnet man unweigerlich Resten der kulturellen Vergangenheit. Verschlungene Pfade schlängeln sich an Viehweiden, die mit alten Kalksteinmauern begrenzt werden, und weit in den Boden gebauten, runden Schneekellern, den sogenannten Nevère, vorbei. Darin wurde einst der letzte Schnee des Winters eingelagert, um den gesamten Sommer über die Milch der Kühe zu kühlen und auf diese Weise frisch zu halten. Eine weitere, skurrile Sehenswürdigkeit bietet der Roccolo, ein architektonisch einzigartiges, dreistöckiges Turmhaus. Früher wurden damit Zugvögel, die im umliegenden Baumhain rasteten, erschreckt, um sie in rundherum aufgespannte Netze zu treiben, einzufangen und als Braten zu servieren.

Fazit:
Das Valle di Muggio bietet wilde Naturerlebnisse und spannende Einblicke in die historische Kultur des Tessins. In familiärer und ruhiger Atmosphäre erleben Besucher hier einen einzigartigen Urlaub in einer Landschaft, die von der geschäftigen Aussenwelt unberührt erscheint. Ausgiebige Wanderungen und regionale Köstlichkeiten verwandeln das wild romantische Schweizer Tal in das perfekte Ausflugsziel für Geniesser.